Der Avantgarde-Schriftsteller Oswald Egger hat am Samstag in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis, eine der höchsten Auszeichnungen der deutschen Literatur, erhalten.
Mit der mit 50.000 Euro dotierten Auszeichnung werden außergewöhnliche Beiträge zum zeitgenössischen deutschen Kulturleben gewürdigt. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung lobte Egger dafür, dass er seit seinem Debüt im Jahr 1993 immer wieder literarische Grenzen überschritten hat.
Mit literarischen Konventionen brechen
Egger, der in Wien Literatur und Philosophie studiert hat, lebt heute in Nordrhein-Westfalen. Seine unkonventionelle Herangehensweise an das Schreiben wurde bei der Preisverleihung im Staatstheater von Literaturkritiker Paul Jandl hoch gelobt, der die radikale Neuinterpretation der Literatur durch den Autor feierte.
Der in Meran, Südtirol, geborene Egger sieht diese Anerkennung nicht als Krönung, sondern als Inspiration und unterstreicht damit sein Engagement für kreative Innovation. Der Preisträger beschrieb die Auszeichnung als „alles, was man sich wünschen kann“, während er gleichzeitig sein Engagement für zukünftige Arbeiten beibehielt.
Ich bin sehr fleißig und sehe dies nicht als das Ende meiner Arbeit an, sondern eher als eine treibende Kraft.
Oswald Egger
Jandls Laudatio hob hervor, was Egger von seinen Zeitgenossen unterscheidet. Im Gegensatz zu traditionellen Erzählstrukturen widersetzt sich Eggers Werk den konventionellen Erzählmustern und weigert sich, einem linearen Weg vom Anfang bis zum Ende zu folgen. Dieser unverwechselbare Ansatz kennzeichnet sein Schreiben, seit er vor drei Jahrzehnten erstmals die Literaturszene betrat.
Erbe der Exzellenz
Der 1951 gegründete Büchner-Preis ehrt das Erbe von Georg Büchner, einem revolutionären Dramatiker aus dem Großherzogtum Hessen, der von 1813 bis 1837 lebte. Mit dem Preis werden insbesondere deutschsprachige Schriftsteller geehrt, die herausragende literarische Leistungen erbringen und das zeitgenössische deutsche Kulturleben maßgeblich mitgestalten.
Zu den bisherigen Preisträgern gehören einflussreiche deutschsprachige Autoren wie Max Frisch, Günter Grass und Heinrich Böll, womit Egger zu den angesehensten Namen der deutschen Literatur gehört.
Der Preis wird gemeinsam von der Bundesregierung, dem Land Hessen und der Stadt Darmstadt gestiftet, was seine Bedeutung in der deutschsprachigen Literaturwelt widerspiegelt.