Wochen nachdem sich die Tore der Messe Frankfurt geschlossen haben, sorgt die Frankfurter Buchmesse 2025 noch immer für Aufmerksamkeit in der weltweiten Verlagsbranche. Die 77. Ausgabe, die vom 15. bis 19. Oktober stattfand, lockte Tausende Autor:innen, Verleger:innen und Leser:innen an. Es war eine fordernde Woche mit langen Tagen, vollen Hallen und Gesprächen, die den Blick auf die internationale Literatur prägten.
Geschichten, die das echte Leben spiegeln
Eröffnet wurde die Messe mit der Verleihung des Deutschen Buchpreises, der renommiertesten literarischen Auszeichnung Deutschlands. In diesem Jahr gewann die Schweizer Autorin Dorothee Elmiger, bekannt für ihr reflektiertes und experimentelles Schreiben. Ihr preisgekröntes Werk Die Holländerinnen lotet Identität und Zugehörigkeit in einer sich wandelnden Welt aus.
Über das gesamte Messegelände hinweg rückten Bücher in den Mittelpunkt, die sich mit Migration, Klimawandel und politischer Unruhe auseinandersetzen. Viele Leser:innen lobten diese Ehrlichkeit und gesellschaftliche Relevanz, während andere fanden, der Fokus auf Realismus lasse wenig Raum für kreatives Risiko. Die Debatte spiegelte eine größere Frage nach der Zukunft der europäischen Belletristik wider.
Dem Aufstieg der KI begegnen
Künstliche Intelligenz avancierte zum zentralen Thema der Messe. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer warnte, Autor:innen liefen Gefahr, als unbezahlte Datenquelle für KI-Modelle zu dienen, die ohne Genehmigung aus ihren Werken lernen. Seine Worte trafen einen Nerv bei Autor:innen und Verlagen, die noch immer damit ringen, sich an den rasanten technologischen Wandel anzupassen.
Ein Panel folgte dem nächsten, alle stellten sich derselben Frage: Wie bleibt Kunst menschlich, wenn Algorithmen lernen zu schreiben, zu illustrieren und sogar zu lektorieren? Bis zum Ende der Messe gab es keine eindeutigen Antworten, doch die Dringlichkeit war unübersehbar.
Die Philippinen im Rampenlicht
Die Philippinen, in diesem Jahr Ehrengast der Messe, brachten unter dem Motto The Imagination Peoples the Air Farbe, Rhythmus und Wärme in die Hallen. Die Delegation präsentierte Poesie, Musik und Performances, die Tradition mit zeitgenössischen Stimmen verbanden.
Die erfahrene Senatorin Loren Legarda, eine engagierte Fürsprecherin philippinischer Kultur und Tradition, eröffnete das Programm mit einer Rede, die die Leistungen philippinischer Autor:innen und ihren wachsenden Platz in der Weltliteratur würdigte. Besucher:innen lobten den Pavillon für seine Offenheit und seinen Spirit und bezeichneten ihn als einen der eindrucksvollsten Räume der Messe.
Anspruchsvoll und zugleich inspirierend endete die Buchmesse mit einem hoffnungsvollen Ausblick. Sie zeigte, dass Literatur selbst in Zeiten rasanten Wandels von Austausch, Herausforderung und Verbindung lebt – selbst in einer Welt, die gerade lernt, in Code zu sprechen.